Die China InfoStelle informiert zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in China. Im Fokus steht dabei das chinesische Christentum, aber es werden auch weitere Themen aus den Bereichen Religion, Kultur, Gesellschaft und Entwicklung in den Blick genommen. Eine wichtige Zielsetzung ist es, das von den Leitmedien vermittelte Chinabild durch Hintergrundinformationen und das Aufgreifen alternativer Thematiken zu ergänzen und auszudifferenzieren.
Mit dem Themenschwerpunkt Christentum und Religion handelt es sich bei der China InfoStelle um eine der wenigen deutschen Fachstellen, die sich mit dem gegenwärtigen Aufblühen der Religionen in China befassen. Die von der China InfoStelle aufbereiteten Themen und Informationen werden über verschiedene Wege eine breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht: in Form von Publikationen, Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, aber auch über eigens konzipierte Reiseangebote zu Schwerpunktthemen.
Dabei kooperiert die China InfoStelle mit Partnern aus den Bereichen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Kirche. Ins Leben gerufen wurde die China InfoStelle 1996 auf Initiative verschiedener deutscher Kirchen und Institutionen, die Verbindungen nach China unterhalten. Als Fachstelle in evangelischer Trägerschaft ist die China InfoStelle daher auch Ansprechpartner und Dienstleister für kirchliche Belange mit Chinabezug.
Vortragsangebote
Zu folgenden Themen kann die Leiterin der China InfoStelle, Isabel Friemann, Vorträge anbieten
- Aktuelle Situation des Christentums in China
- Sinisierung - Xi Jinpings religionspolitischer Traum
- Geschichte des Christentums in China
- Chinesische christliche Kunst
- Theologie mit chinesischen Besonderheiten
- Dialog zwischen Christentum und Konfuzianismus
- Patriotische Drei-Selbst-Bewegung und Chinesischer Christenrat
CVJM und Y.T. Wu - Wegbereiter der evangelischen Kirche im sozialistischen China
Zur Situation der Religionen in China
Chinas Religionen blühten in den Jahrzehnten nach der Kulturrevolution seit den 1980er Jahren auf. Dieser religiöse Aufschwung betraf zum einen die seit Jahrhunderten in China verankerten religiösen Traditionen – den Daoismus mitsamt seinen volksreligiösen Ausprägungen, den Buddhismus und den Islam, zum anderen vor allem das protestantische Christentum. Seit Präsident Xi Jinping 2017 allen Religionen Sinisierung als wichtigstes Entwicklungsziel verordnet hat, nehmen staatliche Kontrolle und Politisierung des religiösen Lebens konstant zu, was sich für das evangelische Christentum mittlerweile in einem deutlichen Rückgang der Gottesdienstbesuchenden spiegelt. Das konfuzianische Erbe erfährt dagegen eine Wiederbelebung als chinesisches Kulturgut, politische Doktrin und Sozialethik.
Eine sich divers entfaltende Landschaft sogenannter Hauskirchen, deren Mitgliederzahlen unbekannt und sehr unterschiedlich eingeschätzt werden, ist seit der Einführung strengerer Religionsgesetzte 2018 in den Bereich des Illegalen gerutscht, was zu Schließungen und zunehmender Strafverfolgung von Leitungspersonen dieser Kreise führt. Nach vielfältigen Berichten und Beobachtungen hat das Christentum sowohl in den offiziellen Kirchen als auch in den nicht-registrierten Gemeinden weiterhin für viele Menschen eine starke Anziehungskraft und lebt teils offen teils versteckt weiter. Ob Bauern in den Armutsgebieten oder Intellektuelle in Chinas Großstädten – viele Menschen suchen nach persönlicher Orientierung und Spiritualität in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft und kommen so mit dem Christentum in Berührung.
Die Beschäftigung mit dieser religiösen Dynamik, vor allem im Hinblick auf das Christentum, ist ein wesentliches Anliegen der China InfoStelle. Unter welchen politischen Rahmenbedingungen entfaltet sich Religion in China, was schränkt sie ein? Was für Anliegen beschäftigen Chinas Christen? Welche gesellschaftlichen Impulse erhoffen sich chinesische Akademiker vom Christentum? Und nicht zuletzt: Welche Anregungen ergeben sich hieraus für den chinesisch-deutschen Dialog in Kirche und Gesellschaft?
China Information Desk
Established in 1996, the China Information Desk collects and disseminates information about contemporary Chinese society. While its focus is on religion, in particular Christianity, the China Information Desk also follows China’s cultural, social and economic development. Specifically, the China Information Desk aims to broaden the views provided by mainstream media on contemporary China by taking up alternative themes and issues.
As a body that regularly translates and publishes China-related news and views, the China Information Desk provides a forum for Chinese voices in Germany. Besides working with the academic world, the China Information Desk also cooperates with partners from non-governmental, religious and cultural organizations.
Ausstellung