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Maßnahmen für die Verwaltung von Aktivitäten von Gemeindegruppen in chinesischen protestantischen Stätten

Am 16. Januar 2026 veröffentlicht von den nationalen protestantischen Zwei Vereinigungen (Patriotische Drei-Selbst-Bewegung und Chinesischer Christenrat, TSPM/CCC) auf ihrer Website

Vorbemerkung: Am 16. Januar 2026 veröffentlichten die nationalen protestantischen Zwei Vereinigungen (Patriotische Drei-Selbst-Bewegung und Chinesischer Christenrat, TSPM/CCC) auf ihrer Website unter www.ccctspm.org/cppccinfo/19947 die folgenden „Maßnahmen für die Verwaltung von Aktivitäten von Gemeindegruppen[1] in chinesischen protestantischen Stätten“ (Zhongguo jidujiao changsuo tuanqi huodong guanli banfa 中国基督教场所团契活动管理办法).

Es gibt mehrere Neuerungen, die als weitergehende Kontrolle und Einschränkung der Handlungsspielräume registrierter protestantischer Stätten verstanden werden können. Zum einen sind die „Maßnahmen“ von den offiziellen Dachverbänden der chinesischen Protestanten[2] selbst herausgegeben worden, nicht vom Nationalen Büro für religiöse Angelegenheiten. Das stellt einen neuen Grad der Verlagerung von Gesetzgebung, Kontrolle der Umsetzung und der Exekution von Strafen in die Zuständigkeit von TSPM/CCC dar. Zum anderen wird die positive Beschäftigung mit politischen Vorschriften und Regularien an die erste Stelle aller Gemeindeaktivitäten gestellt (§ 8). Das Verbot von Aktivitäten, die nicht regelkonform sind, und die negativen Konsequenzen für die Verantwortlichen (§ 12) werden dagegen deutlich betont. Die „Maßnahmen“ können als zusätzlicher Beleg der Illegalität nicht registrierter protestantischer Stätten bzw. Hauskirchen fungieren. Insbesondere § 9, in dem das Sammeln von Spenden untersagt wird, trifft die nicht registrierten protestantischen Stätten.

§ 1 Diese Maßnahmen dienen der Stärkung einer standardisierten Verwaltung der Aktivitäten von Gemeindegruppen und der Förderung ihrer rechtmäßigen, vorschriftsmäßigen und ordnungsgemäßen Durchführung in protestantischen Stätten.[3] Sie wurden in Übereinstimmung mit den „Vorschriften für religiöse Angelegenheiten“[4] und der „Kirchenordnung der chinesischen evangelischen Kirche“[5] formuliert.

§ 2 Aktivitäten von Gemeindegruppen sind ein traditioneller Bestandteil des evangelischen Glaubenslebens in China; sie sind Teil des Standardangebotes christlicher Stätten. Sie ergänzen die regelmäßig stattfindenden Gottesdienste als Veranstaltungen, bei denen Gläubige sich treffen und spirituell angeleitet werden.

§ 3 Registrierte Kirchen [tang 堂] (Versammlungsorte [dian点]) bilden das Fundament der Gemeindegruppen. Organisationen (lokalen protestantischen Zwei Vereinigungen[6]),

theologischen Seminaren, provisorischen Veranstaltungsorten, an Kirchen angegliederten Versammlungsorten und Einzelpersonen ist es nicht erlaubt, Aktivitäten von Gemeindegruppen zu organisieren oder durchzuführen. Keine andere Organisation oder Einzelperson darf im Namen evangelischer Gemeindegruppen Aktivitäten durchführen.

§ 4 Aktivitäten von Gemeindegruppen unterliegen der internen Verwaltung legaler evangelischer Stätten; jedwede Aktivität muss unter der Leitung des Verwaltungsgremiums der Stätte stattfinden. Nach einem Einigungsprozess bestimmt die Stätte eine für die Gemeindegruppe verantwortliche Person. Diese muss ein hauptamtlicher Seelsorger[7] oder ein Mitglied des Verwaltungsgremiums der Stätte sein.

§ 5 Gemeindegruppen werden nicht nach Branchen, Verbänden und Berufen oder geographischen Regionen benannt.

§ 6 Teilnehmende der Gemeindegruppen müssen Gläubige sein, die regelmäßig Gottesdienste der Gemeinde besuchen.

§ 7 Ausländische Teilnehmende an Aktivitäten von Gemeindegruppen haben die entsprechenden nationalen politischen Richtlinien und internen Verwaltungsbestimmungen der Stätte zu befolgen. Sie dürfen weder institutionell noch organisatorisch an Aktivitäten von Gemeindegruppen beteiligt sein.

§ 8 Aktivitäten von Gemeindegruppen sollten hauptsächlich darin bestehen, politische Vorschriften und Regularien zu verbreiten, die Bibel zu studieren (z.B. durch Lektüre und Auslegung von Bibeltexten), sich mit christlichen Lehren und Geboten zu beschäftigen (z.B. durch theologische Fortbildungen oder Studium der Kirchenordnung), Glaubenserfahrungen auszutauschen (z.B. im Gebet, im Singen von Kirchenliedern oder Ablegen von Zeugnissen) oder auch in verschiedenen gegenseitigen Hilfsangeboten.

§ 9 Das Verwaltungsgremium der Stätte ist für die Begleichung von Kosten zuständig, die Aktivitäten von Gemeindegruppen verursachen; es werden keine eigenen Spendenboxen aufgestellt oder Spenden im Namen der Gemeindegruppe erbeten.

§ 10 Aktivitäten von Gemeindegruppen finden in der Regel in den eigenen Räumlichkeiten der Stätte statt; sie werden nicht die eigenen Örtlichkeiten oder Verwaltungsbezirke überschreitend angeboten. Wenn der Bedarf auftaucht, Studien- oder Austauschformate über die eigenen Räumlichkeiten oder Bezirksgrenzen hinaus abzuhalten, ist der Antragsweg nach dem Verfahren der lokalen Behörden für religiöse Angelegenheiten oder der Kirche [jiaohui 教会] einzuhalten. Unterstützung, Kontakt und Beteiligung an jedweder Art von Gemeindegruppen-Aktivität im Namen des evangelischen Christentums außerhalb der eigenen Räumlichkeit werden unterlassen.

§ 11 Die Durchführung wichtiger und großer Aktivitäten von Gemeindegruppen, wichtige Personalentscheidungen, größere Einnahmen oder Ausgaben sind von den lokalen protestantischen Zwei Vereinigungen an die Behörde für religiöse Angelegenheiten zu melden.

§ 12 Die protestantischen Zwei Vereinigungen sind zusammen mit den Verwaltungsgremien der ihnen zugeordneten Stätten verpflichtet, Aktivitäten der zugehörigen Gemeindegruppen zu überwachen, und haben das Recht, Strafen zu verhängen. Bei Aktivitäten von Gemeindegruppen, die nicht den Richtlinien entsprechen, müssen sie auf Änderung zum Besseren drängen. Tritt trotz Ermahnung keine Besserung ein oder liegen schwerwiegende Umstände vor, können die Aktivitäten der Gemeindegruppe gestoppt und sowohl der Verantwortliche der Gemeindegruppe als auch die für die ganze Kirchengemeinde verantwortliche Person zur Rechenschaft gezogen werden.

§ 13 Diese Maßnahmen wurden in einer gemeinsamen Sitzung der Ständigen Ausschüsse der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung und des Chinesischen Christenrates auf nationaler Ebene erörtert und beschlossen. Sie treten am Tag ihrer Veröffentlichung in Kraft.

§ 14 Diese Maßnahmen werden von den Ständigen Ausschüssen der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung und des Chinesischen Christenrates ausgelegt. 

Übersetzung und Anmerkungen: Isabel Friemann. Mit freundlicher Genehmigung von China heute, 1/2026, S. 15 f., wo der Text zuerst veröffentlicht wurde. 

 


[1] Der chinesische Begriff tuanqi 团契, im Englischen oft „fellowship“, wird hier mit „Gemeindegruppen“ übersetzt.

[2] Im Chinesischen werden die beiden Dachorganisationen, das Nationale Komitee der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung der Protestantischen Kirchen in China und der Chinesische Christenrat, abgekürzt als die „Zwei Vereinigungen“ (liang hui 两会) bezeichnet.

[3] Der Begriff jidujiao changsuo 基督教场所 (protestantische Stätten), im weiteren Verlauf des Textes meist abgekürzt als changsuo 场所 (Stätten), wird hier in Anlehnung an den in staatlichen Rechtsvorschriften für alle Religionen benutzten Terminus zongjiao huodong changsuo 宗教活动场所 (Stätten für religiöse Aktivitäten) verwendet. „Stätten“ steht im ganzen Text synonym für evangelische Kirchen und Versammlungsorte (vgl. § 3).

[4] Chin. Zongjiao shiwu tiaoli 宗教事务条例. Verordnung Nr. 686 des Staatsrats der Volksrepublik China vom 28. August 2017, in Kraft seit 1.Februar 2018; deutsche Übersetzung in China heute 2017, Nr. 3, S. 160-172, und auf www.china-zentrum.de unter „Dokumente zu Religion und Politik“.

[5] Chin. Zhongguo jidujiao jiaohui guizhang 中国基督教教会规章. Verabschiedet bei der 7. Nationalversammlung von CCC/TSPM im November 2018 in Beijing; englische Übersetzung von Janice Wickeri in: Chinese Theological Review, Bd. 30 (2020), S. 1-22. Eine frühere Version der Kirchenordnung wurde von Winfried Glüer ins Deutsche übersetzt, sie erschien in China heute 2008, Nr. 6, S. 209-215.

[6] Chin. jidujiao lianghui 基督教两会. Gemeint sind die lokalen Büros von Christenrat und Patriotischer Drei-Selbst-Bewegung. 

[7] Die männliche Form steht inklusiv für alle Geschlechter. In den protestantischen chinesischen Kirchen arbeiten mehr Frauen in geistlichen Ämtern als Männer.

 

CCC Abschlussbericht von 5 Jahren Arbeit

Zahlen bezeugen die Fülle der Gnade

Anmerkung von China Heute zum Abdruck in Nr. 1/2019: Beim 10. Nationalkongress der chinesischen Protestanten verlas Pfarrer Gao Feng den Arbeitsbericht der neunten Amtsperiode der Chinesischen Christlichen Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung (des Weiteren TSPM) und der siebten Amtsperiode des Chinesischen Christenrates (des Weiteren CCC) unter dem Motto „Festhalten am Sinisierungskurs beim Führen der chinesischen Kirche im neuen Zeitalter“. Der Arbeitsbericht bezieht sich auf eine große Menge an Daten, in denen die Arbeit der Kirchen und ihre Entwicklung in den vergangen fünf Jahren zusammengefasst sind. Es folgen Ausschnitte aus dem Bericht in der Reihenfolge des Verlesens:

38 Millionen Gläubige, 60.000 Kirchen, 14.000 Geistliche, 22 Theologische Seminare

In den vergangen fünf Jahren, hat sich die protestantische Kirche Chinas unter der Obhut Gottes, der fürsorglichen Führung von Partei und Regierung, den großen Bemühungen von Mitarbeitenden und Weggefährten, in allen Bereichen der spirituellen Arbeit konstant weiterentwickelt. Dabei hat sie an einer guten Führung der Kirche unter den Drei-Selbst Prinzipien festgehalten, damit ihr Aufbau auf einem möglichst heiligen und wahren Fundament steht. Nach ungefähren Schätzungen beläuft sich die Zahl an Protestanten im gesamten Land auf 38 Millionen; es gibt 60.000 Kirchen, 14.000 professionelle Kleriker (Pastor*innen, Dozenten*innen und Presbyter*innen), 22.000 Prediger und Predigerinnen sowie 22 Theologische Seminare.

27 Mio RMB für mehr als 200 diakonische Projekte

 In den vergangen fünf Jahren sammelten die beiden protestantischen Vereinigungen 27 Mio. 700.000 RMB zugunsten von etwa 200 diakonischen Projekten ein. 260.000 Menschen engagierten sich ehrenamtlich. Es gab u.a. Projekte im Bereich von Medizin und Hygiene, Alten- und Kinderpflege, Behindertenhilfe, Armutsbekämpfung sowie Katastropheneinsätze. Das dritte Oktoberwochenende wurde als fester Termin zum Einsammeln von Spenden in der „Initiative zur Unterstützung der nationalen Kampagne zur Armutsbekämpfung“ installiert. In drei Selbstverwaltungskreisen der Shui Minderheit in der Provinz Guizhou wurden Projeket zur Manufaktur von Bambusprodukten durchgeführt, in welche 2 Mio. 354.000 RMB Spenden flossen. Mit knapp 7 Mio. RMB wurden 22 Projekte in der „Philantrophie-Woche der Religionen“ gefördert. Insgesamt 3 Mio. kamen für den Spezialfond zur „Förderung sozialer Dienste durch soziale Organisationen in China“ zusammen, die u.a. für die kommunale Versorgung Älterer mit präventiver medizinischer Moxa-Behandlung verwendet wurden.

 117 Weiterbildungskurse in 20 Städten und Kreisen

Fortbildungskurse zum Thema „Aufbau theologischen Denkens“ für Pastor*innen und kirchliche Mitarbeitende jüngeren und mittleren Alters aus dem ganzen Land, erhöhte sich auf 117. Im Verlauf von fünf Jahren wurden fünfmal Schulungen zum Durchführen von Weiterbildungskursen durchgeführt, bei denen sich 98 Multiplikatoren miteinander austauschten. Etwa 80 Kursleiter*innen wurden seither in mehr als 20 Städte und Kreise entsandt um in knapp 70 Gemeinden an der Basis Kurse zu geben. Fünf Materialsammlungen wurden veröffentlicht und Videos mit Predigten erstellt, die auf Internetseiten beschrieben sind. Der Anforderung, den „Fünf Jahresplan (2013-17) zum Aufbau des theologischen Denkens“ einzuhalten, wurde erfolgreich Folge geleistet. Der Effekt der Weiterbildungsmaßnahmen ist offensichtlich, da in vielen Provinzen (Selbstverwaltungsgebieten und autonomen Städten) CCC und TSPM eigene Predigt-  und Evangelisationsgruppen gebildet haben, in denen sie neue Methoden einführen und das Bildungsangebot verbreitern.

6300 Absolventen der Theologie, 78 Magister, 5 Doktoren, 85 offiziell zum Studium ins Ausland Entsandte

In den letzen fünf Jahren haben ca. 6300 Studierende ein Examen an einem theologischen Seminar abgelegt. Das Nanjing Union Theological Seminary hat eine neue Leitung bekommen, einen Doktorstudiengang eingeführt und trat ATESEA bei (Association for Theological Education in South East Asia). In den letzten 5 Jahren erhielten 412 Studierende einen Bachelortitel, 78 einen Master, 5 wurden für ein Doktorstudium nominiert; 5 Lehrende wurden zu Assistenz-Professoren oder professionellen Dozent*innen ernannt. Das 65 jährige Jubiläum des Seminars wurde in großem Stil mit Gottesdienst und Dankveranstaltungen gefeiert. Die Infrastruktur und Nutzung des neuen Campus wurde kontinuierlich verbessert. Gemäß den Standards von CCC und TSPM zu Aufbaustudien im Ausland wurde eine Liste empfohlener theologischer Lehreinrichtungen im Ausland veröffentlicht. Die Auswahlmöglichkeiten für Studierende werden weiter ausgebaut. In den vergangenen 5 Jahren wurden 85 Studierende ins Ausland geschickt, außerdem 25 Personen zu kurzen Studienaufenthalten entsandt. 

2 Mio 80.000 RMB für bedürftige Prediger*innen

Die Einkommenshilfe für arme Theologie Absolventen wurde von 300 auf mindestens 500 RMB pro Kopf und Monat angehoben. In den letzten 2 Jahren wurde diese Hilfe 348 Personen gewährt; die Ausgaben beliefen sich auf insgesamt 2 Mio. 80.000 RMB. An knapp 10.000 Studierende an verschiedenen theologischen Seminaren wurden etwa 150.000 Bücher im Wert von 4 Mio. verteilt. In Übereinstimmung mit der Reflexion der gesellschaftlichen Situation und der Stimmung im Volk bei der zweiwöchigen Tagung des Nationalen Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (CPPCC), wird aktiv an einer Verbesserung der sozialen Sicherheit kirchlichen Personals auf allen Ebenen gearbeitet, ebenso an der Weiterbildung von Mitarbeitenden jungen und mittleren Alters, am Schutz religiöser Kulturgüter und an der Umsetzung politischer Maßnahmen.

18 Mio. Bibeln, 5,5 Mio. christlicher Bücher, 57.000 Exemplare von „Tianfeng“ (Kirchenzeitschrift)

In den vergangen fünf Jahren wurden 5 Mio. Bibeln verkauft; mehr als 100 verschiedene Sorten christlicher Bücher, Literatur, Nachschlagewerke und Neuauflagen wurden publiziert, insgesamt mehr als 5,5 Mio. Bände. Die Kirchenzeitung „Tianfeng - Himmlischer Wind“ feierte ihr 70jähriges Bestehen mit einem Symposium. „Tianfeng“ hat eine monatliche Abonnentenzahl von 57.000 erreicht; das öffentliche Konto bei WeChat hat mehr als 50.000 Nutzer. Die Internetseite „www.ccctspm.org" ist in einer neuen chinesisch - englischen Version online, ebenso das öffentliche WeChat Konto „Protestantische Kirche im heutigen China 今日中国基督教“. Fünf Mal wurden Schreibwerkstätten für Journalisten und Interessierte durchgeführt, um ausdrucksfähige versierte Autoren für die chinesische Kirche heranzuziehen, die theologische Reflektionen zur Sinisierung des Christentums anregen und theologische Schriften für kirchliche Mitarbeitende in China herausbringen können. Es fand eine Konferenz statt, um die Verlagsarbeit zu vereinheitlichen. 78 Herausgeber von Bibeln und Bibelmaterialien unterzeichneten eine gemeinsame Verpflichtung, sich entschieden gegen Raubkopien und illegale ausländische Druckwaren zu wehren. Es gab eine Sitzung mit dem neu gewählten Verwaltungsrat der Amity Druckerei.

Schulungen für 14 nationale Minderheiten

Ein Schwerpunkt wird auf die Weiterbildung kirchlichen Personals gelegt. Fortbildungskurse wurden in Regionen in Mittel-und Westchina für diejenigen durchgeführt, die vor mehr als 10 Jahren einen theologischen Abschluss erworben haben, in Graswurzelgemeinden Dienst tun und keine Gelegenheit haben, fortlaufende oder vertiefende Studien zu betreiben. 4 Mal wurden kompakte zweisprachige Kurse für Prediger und Predigerinnen nationaler Minderheiten im Südwesten abgehalten. Aus Yunnan, Guizhou und Guangxi nahmen kirchliche Mitarbeitende von 14 verschiedenen Minderheiten teil, insgesamt an die 500 Personen. Die Kurse dienten auf positive Weise dazu, die ethnischen Kirchen gut zu führen und Widerstandskräfte gegen Einflüsse von außen zu stärken.

270 Lehrende erhielten eine Zulassung, 3 Lehreinrichtungen wurden höhergestuft

An der Einführung eines Standards für theologische Seminare wird intensiv gearbeitet. So wurde u.a. eine vorläufige Richtlinie für die Qualifikation von Lehrpersonal an theologischen Seminaren formuliert, außerdem ein vorläufiges Bewertungssystem für die Überprüfung und Ernennung von Lehrpersonal an theologischen Seminaren eingeführt, ebenso ein vorläufiger Prüfungsstandard zur Erteilung von theologischen Abschlüssen. Es wurde ein Ausschuss gebildet der sich damit beschäftigt, die Qualifikation von Lehrtätigen zu definieren und ein Vergabesystem für akademische und professionelle Titel auszuarbeiten. 270 Personen haben die Anerkennung als Lehrende erhalten. In den vergangenen fünf Jahren ist den Seminaren in Heilongjiang, Henan und Fujian eine Höherstufung erteilt worden und damit die Genehmigung, ein Bachelorstudium anzubieten.

171 kirchliche Einrichtungen für ältere Menschen

Mit den Basisdaten aus 171 Einrichtungen für ältere Menschen wurden 16 Kongresse zum Austausch zwischen Leitern und Leiterinnen kirchlicher Altersheime abgehalten und Fortbildungen im Pflegebereich durchgeführt. Dreimal fanden Evaluationsreisen in die USA und nach Australien mit Studiengruppen statt. Weiterbildungen und Qualifikationsprüfungen für Krankenschwestern und -pfleger wurden veranstaltet, bei denen 532 Personen eine Basis- oder mittlere Qualifikation erhielten. Professionelle Fachvertreter*innen wurden eingeladen, um Machbarkeit und Methoden der kirchlichen Altenpflege zu untersuchen und zu beurteilen. Um die Dienste an Älteren zu einem Aushängeschild der Kirche zu machen, kam es zu einer Verdichtung an Beratung, Hilfestellung, Koordination und Bemühungen.

542 Bedürftige erhalten mehr als 1 Mio. RMB

Um das Bewusstsein für und die Fähigkeiten zu diakonischem Engagement in den Kirchen im ganzen Land zu fördern, wurden 10 Einheiten zum Aufbau diakonischer Kompetenz angeboten, an denen 430 kirchliche Mitarbeitende teilnahmen, die auf verschiedenen Ebenen in diesem Tätigkeitsbereich zu tun haben. Für benachteiligte Gruppen wurden besondere Initiativen ins Leben gerufen, wie „Fürsorge für auf dem Land zurückgelassene Kinder“, „Ein Herz für Kinder mit besonderen Bedürfnissen“ und andere. Mit dem Programm „Schüler - Manna“ konnten an 542 Kinder aus armen Familien und Haushalten von Alleinerziehenden mehr als 1 Mio. RMB verteilt werden. Aktionen für Drogenabhängige, Aidskranke, Infizierte und Risikogruppen wurden unterstützt und mitgetragen. Kommunale Entwicklung und Bildungsangebote für Mittellose werden ebenso berücksichtigt wie Wasserversorgung und Umweltschutz.

Empfang von Gästen aus 33 Ländern

In den vergangenen fünf Jahren empfingen nationaler CCC und TSPM insgesamt 2564 Personen, die aufgeteilt auf 383 Delegationen aus 33 verschiedenen Ländern und Gebieten kamen. Unter den hochrangigen Persönlichkeiten und Delegationen waren: Präsident oder Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (nachstehend ÖRK), der Weltweiten Evangelischen Allianz, der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der Christian Conference of Asia, der United Bible Societies, der Japan Evangelical Association, der United Church in Pakistan, des National Council of Churches in India, von Churches Together in Britain and Ireland und anderen auf internationaler und nationaler Ebene repräsentativen Gruppen. Auch der Erzbischof von Canterbury und andere einflußreiche Kirchenführer kamen zu Gast.

Besuche in 37 Ländern

Es wurden 107 Delegationsreisen in 37 Länder und Gebiete unternommen, an denen 400 Personen teilnahmen. Es gab eine rege Beteiligung an internationalen und regionalen Veranstaltungen der christlichen Ökumene. CCC und TPSM entsandten u.a. Teilnehmende zur 10. Vollversammlung des ÖRK, zur 14. Weltmissionskonferenz, zum Global Christian Forum, zur Weltversammlung der United Bible Societies, zur 14. Generalversammlung der Christian Conference of Asia und zur Feier ihres 60jährigen Bestehens. Zum ersten Mal wurde eine Repräsentantin des CCC in den Exekutivausschuss des ÖRK gewählt, sowie viele junge und ältere kirchliche Mitarbeitende in Sonderausschüsse. 2016 fand zum ersten Mal eine Sitzung des ÖRK Exekutivausschusses in China statt. Zu Beginn dieses Jahres besuchte der ÖRK China zum Auftakt der Aktivitäten zur Feier seines 70jährigen Bestehens, was die Bedeutung unterstreicht, die der ÖRK der chinesischen Kirche beimisst.

Austausch wurde auf 6 Kontinente ausgeweitet

Auf Basis der traditionellen Freundschaft mit Kirchen in Europa und Nord-Amerika, wurden die Beziehungen ins Ausland konstant weiter ausgedehnt. So wurde der partnerschaftliche Austausch mit Kirchen in Asien, Afrika und Lateinamerika aktiv betrieben und zu allen sechs Kontinenten hin erweitert. Neben den üblichen gegenseitigen Besuchen von Repräsentanten, der Teilnahme an internationalen Treffen und fachlichen Zusammenarbeit, wurden gezielt alle möglichen bilateralen Aktivitäten durchgeführt. So z.B. das zweite chinesisch-amerikanische Forum christlicher Führungspersonen oder die zweite chinesisch-deutsche interreligiöse Konsultation. Gemeinsam mit der Uniting Church in Australia und der United Church of Canada wurde eine Konferenz zum Thema Einheit der Kirche abgehalten. Mit dem Aufsichtsrat der Foundation for Theological Education in South East Asia wurde ein Forum veranstaltet. Die dreißigjährige Zusammenarbeit mit den United Bible Societies wurde gefeiert, ebenso wie die 25jährige Kooperation mit der amerikanischen International Lutheran Laymen´s League und die 20jährige Kooperation mit der amerikanischen Organisation Christian Leadership Exchange.

Quelle: www.ccctspm.org/cppccinfo/9736

 

 

 

Neue Leitung von Drei-Selbst-Bewegung und Chinesischem Christenrat

Ende November 2018 fanden in Beijing mehrere Sitzungen der Leitungsgremien der protestantischen Kirche Chinas statt.

Am 27.11. trat zum 6. Mal das Arbeitskomitee des ausgehenden gemeinsamen Rates von Drei-Selbst-Bewegung (9. Legislaturperiode) und Christenrat (7. Legislaturperiode) mit 83 Delegierten zusammen. Der noch amtierende Vorsitzende des Christenrates, Pfarrer Dr. Gao Feng, verlas den abschließenden Bericht über die Arbeit der letzten fünf Jahre. "Die Zahlen bezeugen Gnade in Fülle" betitelt die offizielle Internetseite die Zusammenfassung des Berichtes.

Pfarrer Shan Weixiang erläuterte die vorgenommenen Änderungen in den Satzungen beider Vereinigungen. Wichtigster Tagesordnungspunkt der Sitzung war die Diskussion der Kirchenordnung für die chinesische protestantische Kirche. Pfarrer Kan Baoping legte dar, wie sehr sich das Land seit 2008 - dem Jahr, in dem die bislang gültige Kirchenordnung aufgestellt wurde - weiterentwickelt habe und mit welch neuen Aufgaben und Herausforderungen die Kirche konfrontiert sei. In den revidierten Kirchenordnung seien vor allem sechs Grundprinzipien definiert. Das erste und wichtigste ist das Festhalten an der Sinisierung, die erfordere, dass Kirchen allerorten die traditionelle chinesische Kultur als ihre Grundlage betrachten und sie achten, modellhaft chinesische Besonderheiten leben und sich aktiv in eine sozialistische Gesellschaft einfügen; des Weiteren müsse das Verwaltungssystem beider Vereinigungen seinen kirchlichen Charakter deutlicher zum Vorschein bringen; es sei außerdem an der Zeit, dass die Kirche im postdenominationellen Zeitalter einen Schritt weiter auf die Einheit zugehe; die Regeln müssen praktikabel sein, so dass sie den Prozess der dem Gesetz entsprechenden und demokratischen Verwaltung der Kirchen im ganzen Land adäquat unterstützen; genauso müsse die Kirchenordnung allgemeingültig sein um bei allem Respekt vor unterschiedlichen Glaubenstraditionen die Differenzen zu minimieren; schließlich müsse das Problembewusstsein gefestigt und hervorstechende Probleme angegangen werden.

Die Verabschiedung der neuen Kirchenordnung war über den Zeitraum eines Jahres in Untergruppen evaluiert worden. Der Evaluierungsprozess habe breit angelegt die Ansichten und Bedenken kirchlicher Mitarbeitenden im ganzen Land einbezogen, um den Erfordernissen einer gesunden Entwicklung der Kirche Rechnung zu tragen.

Am 29.11. versammelten sich 191 Delegierte zur Nationalversammlung der Vertreter des chinesischen Protestantismus. Für die Drei-Selbst-Bewegung begann damit die 10. Legislaturperiode, für den Christenrat die 8. Als Nachfolger des im September verstorbenen Presbyters Fu Xianwei wurde sein ehemaliger Stellvertreter, Pfarrer Xu Xiaohong, als neuer Vorsitzender der Drei-Selbst-Bewegung bestätigt. Xu studierte Anfang der 1980er Jahre Theologie in Nanjing, arbeitete dann in der Provinz Shaanxi, bevor er zum Vorsitzenden der Drei-Selbst-Bewegung der Provinz Jiangsu wurde. Seit 15 Jahren arbeitet er bereits in der Kirchenleitung in Shanghai. Pfarrer Kan Baoping bleibt als einer der insgesamt neun stellvertretenden Vorsitzenden in einer wichtigen Funktion. Das Amt des Generalsekretärs wurde Gu Mengfei übertragen, Absolvent der Renmin Universität und langjähriger Mitarbeiter der Drei-Selbst-Bewegung, zunächst in Nanjing, später in Shanghai.

Neuer Präsident des Chinesischen Christenrates ist Wu Wei. Er leitete bisher den Christenrat in Beijing und war als Pfarrer an der Innenstadtkirche Chongwenmen tätig. Geschäftsführer und einer von ebenfalls 9 stellvertretenden Präsidenten ist Chan Weixiang. Er ist bekannt als Herausgeber der Kirchenzeitschrift Tian Feng; seit 2007 in der Kirchenleitung tätig.

Pfarrer Gao Feng ist in einem neu geschaffenen dritten Gremium, das eine Art Kontrollfunktion ausübt, chinesischer Name jianshi hui, oberster Supervisor geworden. Als sein Stellvertreter fungiert Dr. Wu Jianrong, zeitgleich Leiter des nationalen chinesischen CVJM.

Quelle: www.ccctspm.org/newsinfo/11262

(Dieser Artikel der China InfoStelle erscheint auch in China Heute 2018/4)

 

Informationen über das vorläufige Abkommen zwischen Vatikan und chin. Regierung vom 22.9.2018 sind auf der Internetseite von China Heute verfügbar:

http://www.china-zentrum.de/artikel/details/vatikan-und-china-vorlaeufiges-abkommen-zur-ernennung-von-bischoefen/

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Vorsitzender: Pastor Xu Xiaohong (2007-2018 Generalsekretär von Drei-Selbst)
Generalsekretär: Gu Mengfei (links), Elite: Renmin Universität Peking Absolvent
Präsident: Pastor Wu Wei (vorher Präsident Beijing Christenrat + Pastor der Chongwenmen Kirche)
Geschäftsführer: Shan Weixiang, Herausgeber der Kirchenzeitschrift Tianfeng